BasicsModelling

Einfache 3D Objekte erstellen und transformieren

Bevor aus einem Würfel später beispielsweise ein Drache entstehen kann, muss erst mal der Würfel erstellt werden. Wie du einfache Objekte und Grundformen deiner 3D Szene hinzufügst und diese dann transformierst, erfährst du hier!

Die Standard Szene

Bei jedem Öffnen von Blender sind bereits 3 Objekte im Viewport vorhanden:

Ein Würfel (der berühmt berüchtigte „Default Cube“, der schon so oft daran glauben musste), eine einfache Punktlampe und eine Kamera. Wie in jedem anderen Programm kannst du sie mit einem Linksklick auswählen. Mit gedrückter Maustaste kann außerdem auch eine Box über die Auswahl gezogen werden:

Zum abwählen kann an irgendeine freie Stelle geklickt werden. Um mehrere Objekte auszuwählen, muss man „Shift“ gedrückt halten.

Mit der Taste „A“ können alle Objekte in der Szene auf einmal ausgewählt werden.

Auch hier können die Objekte mit einem Klick auf eine freie Stelle einfach wieder abgewählt werden. Alternativ kann auch „alt„+“A“ gedrückt werden.

Mit einem Rechtsklick auf ein Objekt in der Szene kann das jeweilige Kontextmenü geöffnet werden. Auch das bist du aus anderen Programmen wahrscheinlich schon gewöhnt.

Schwing dein Lasso!

Es gibt zusätzlich noch vier verschiedenen Auswahlwerkzeuge, zwischen denen mit „W“ gewechselt werden kann.

Alternativ kann auch einfach in der Toolbar das Werkzeug gewechselt werden. Die Toolbar befindet sich am linken Rand des Viewports.

  1. Tweak
  2. Select Box
  3. Select Circle
  4. Select Lasso

Tweak: Eine gewohnte Auswahl per Linksklick. Optional ein Objekt gedrückt halten zum bewegen. Select Box: Die Standard Variante. Klicken zum Auswählen, gedrückt halten um eine Box über die Auswahl zu ziehen. Select Circle: Gedrückt halten, um eine Auswahl zu malen. „C„+ „Mausrad„, um die Pinselgröße zu ändern. Select Lasso: Eine Umrandung um die Auswahl ziehen/malen. Eben wie ein Lasso 😀

Mit „X“ oder über das Kontextmenü (Rechtsklick) können Objekte gelöscht werden.

Lösche doch einfach mal mit X den Würfel!

Sehr gut, jetzt können wir einen neuen einfügen 😀 Wie, erfährst du jetzt:

Einfache 3D Objekte einfügen

Mit „Shift“ + „A“ können wir neue Objekte in die Szene einfügen – egal ob Lampen, 3D Körper, Kameras oder eben einen Affenkopf.

Der Affe ist übrigens eine Sie und heißt „Suzanne“. Sie ist sozusagen das Maskottchen von Blender und wird oft für Versuchszwecke, wie das Testen von neuen Materialien oder Frisuren missbraucht. Auch sie kannst du mit „Shift„+“A“ der Szene hinzufügen. Du findest sie im sich öffnenden Menü unter Mesh -> Monkey. Doch bei dir wird sie wahrscheinlich sehr kantig aussehen. Wie sie ihre glatte Haut zurückbekommt und woran das liegt erfährst du später 😉

Wir wollen uns jedoch vorerst auf die „Primitives“ fokussieren. Vielleicht hast du schon den Artikel Was ist 3D Modelling? gelesen. Dann sollten dir die Formen bereits bekannt vorkommen. Die Primitives sind die Grundkörper in Blender, die als Ursprung für komplexere Modelle dienen (primitv = „einfach“, elementar, Ursprung). Von diesen gibt es eine gewisse Auswhahl:

Die Primitives dienen zur groben Modellierung von späteren komplexen Modellen. Du findest sie im Menü unter der Kategorie „Mesh„. Ein Mesh ist ein 3dimensionales Objekt, welches aus den Bestandteilen Punkt, Kante und Fläche besteht. Und das tut tatsächlich jedes 3D-Modell, auch wenn man es oft nicht sieht. Mehr zu dem Thema erfährst du im Artikel Was ist 3D Modelling?

Alternativ kann zum Einfügen von Objekten anstatt des Shortcuts auch der Knopf in der oberen Menüleiste genutzt werden:

Der 3D Cursor – Die Maus in 3D

Zugegeben, das hört sich krasser an, als es ist. Der 3D Cursor gibt einfach an, wo das nächste Objekt platziert werden soll. Standardmäßig befindet er sich in der Mitte der Szene, deshalb erscheint der Würfel auch dort. Du erkennst ihn an seinem Rot-Weiß gestreiften Kreis.

Um ihn neu zu platzieren, drücke in der Toolbar einfach auf das entsprechende Symbol un klicke an die gewünschte Stelle. Das Objekt erscheint nach dem Einfügen nun auch an genau dieser Stelle:

Groß und Klein, Dick und Dünn

Das neu eingefügte 3D-Objekt (such dir eins aus, aber nicht die arme Suzanne) können wir nun transformieren. Eine Transformation ist eine Veränderung eines Parameters des Objekts (oft im geographischen Aspekt).

Es gibt 3 essentielle Transformationen: Grab/Greifen, Rotate/Drehen und Scale/Skalieren. Anhand dieser Tools kann das Objekt im Raum platziert, ausgerichtet und vergrößert oder verkleinert werden. Mit diesen Tools platzierst du deine Objekte an der gewünschten Stelle in der gewünschten Größe.

Jede dieser 3 Aktionen besitzt einen eigenen Knopf in der Toolbar (Leiste links im VIewport). Je nach Tool erscheinen dann Pfeile oder Kreise um das ausgewählte Objekt, mit denen du das Objekt dann manipulieren kannst. Oft sind die Pfeile oder Kreise an eine der drei Achsen X, Y und Z gebunden und in der entsprechenden Farbe markiert:

Die drei Koordinatenachsen im 3-dimensionalen Raum. X, Y und Z.

Wird nun beispielsweise mit dem Tool Greifen der rote Pfeil gehalten, so wird das Objekt entsprechend entlang der X-Achse bewegt. In den folgenden Gifs kann man das ganz gut sehen:

Grab/Greifen

Rotate/Drehen

Scale/Skalieren

Transform/Alle Transformationen

Für jede dieser Aktionen gibt es jedoch noch einen viel einfacheren und schnelleren Weg…

Die Antwort: Shortcuts

Anstatt jedes mal in der Toolbar das richtige Tool auszuwählen, um dann z.B. umständlich an den Pfeilen zu ziehen, können auch einfach die genau dafür belegten Tasten gedrückt werden.

Tasten, die entsprechend die Zeit für eine Aktion verkürzen, werden Shortcuts genannt (Shortcut = Abkürzung). Wie oben auch, werde ich jeden neuen Shortcut einmal fett auflisten – auch in den kommenden Artikeln. Es empfiehlt sich diese oft zu benutzen und auf diese Weise auswendig zu lernen. Wenn du einen Shortcut vergessen hast, überfliege einfach nochmal den Artikel. Durch ihren fetten Text, wirst du sie schnell wiederfinden.

Was am Anfang mühsam erscheint, wird dich später doppelt so schnell machen und du wirst Projekte im Handumdrehen erledigt haben! 😀

Meistens sind die Tasten für eine Aktion einfach der entsprechende Anfangsbuchstabe der Aktion. Dementsprechend sind es für Grab, Rotate und Scale G, R und S:

Dir wird jedoch schon aufgefallen sein, dass die Transformation auf diese Weise nur sehr ungenau ist. Der Würfel dreht sich nicht mehr um eine bestimmte Achse oder bewegt sich wenn er verschoben wird hoch oder runter… Doch auch dafür gibt es eine einfache Lösung:

Wenn’s genau sein muss…

Um ein 3D Objekt mithilfe von Shortcuts entlang einer gewissen Achse zu bewegen, um eine Achse zu drehen oder entlang einer Achse zu skalieren, kann einfach nach der Taste G, R oder S zusätzlich die Taste der gewünschten Achse gedrückt werden. Nun wird die Transformation nur auf genau diese Achse bezogen:

Manchmal reicht es aber nicht, das Objekt z.B. nur um eine bestimmte Achse zu drehen, sondern es wird ein ganz spezieller Winkel benötigt (vor allem beim Modelling von realistischen Modellen, die dieselben Maße, wie das Original haben sollen, ist das wichtig). Dazu gibt es ebenfalls einen einfachen Trick:

Zusätzlich zur Achse, kann danach einfach noch eine Zahl eingetippt und „Enter“ gedrückt werden. Dabei gibt diese Zahl je nach Transformation eine Distanz (bei G), einen Winkel in Grad (bei R) oder einen Prozentsatz an (bei S). Für die Transformation Skalieren entsprechen 1=100%, 0,5=50%, 2=200%, usw.

Beide Methoden können auch kombiniert werden, um den Würfel beispielsweise um 45° um die X-Achse zu drehen:

Eine Einheit auf dem Raster entspricht übrigens einem Meter in der echten Welt. Wird nach den Tasten G und X also eine 1 gedrückt, bewegt sich der Würfel um einen Meter entlang der X-Achse.

Manchmal möchte man ein Objekt aber nicht entlang einer bestimmten Achse bewegen oder drehen, sondern eben genau die Bewegung in Richtung einer Achse vermeiden. z.B. wenn ich den Würfel nur horizontal bewegen will. Dann wird statt der jeweiligen Achse (in diesem Fall Z) einfach Shift gehalten und dann erst die entsprechende Achse gedrückt (also hier Shfit + Z). Nun ist die jeweilige Achse für die aktuelle Aktion gesperrt:

in diesem Fall wurde für die Aktion „G“ erst die Z-Achse gesperrt, anschließend für die Aktion „S“ die X-Achse und zum Schluss für die Aktion „R“ die Y-Achse. Wenn du aufmerksam warst, wirst du festgestellt haben, dass das Blockieren der Y-Achse zum Schluss gar keinen Effekt hatte. Man hätte genauso gut auch nur „Y“ drücken können.

Diese Methode ergibt also nur für die Transformationen „G“ und „S“ Sinn.


Das waren jetzt ziemlich viele neue Informationen und viele neue Shortcuts. Um diese zu verinnerlichen und dir die Möglichkeit zu geben selber etwas zu tun, hab ich noch eine kleine Challenge für dich:

Challenge

Versuche diese Szene nur mithilfe von Primitives und den Transformationen G, R und S mit den entsprechenden Shortcuts nachzubauen:

Wenn du es geschafft hast, kannst du versuchen dieselbe Szene einfach noch schneller zu bauen. Je schneller du wirst, desto schneller kannst du später auch deine Träume verwirklichen! 🙂

Bleib dran!

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